Leicht zum Multimillionär werden
Spielen wir ein paar Zahlenspiele und - was noch wichtiger ist - ich zeige euch in aller Kürze, wie ihr zum Millionär oder Multimillionär werden könnt. Gründet eine Bank, vergebt einen Kredit über eine Million, aktiviert diesen Kredit in eurer Bilanz und schon habt ihr aus dem Nichts eine Million geschaffen.
Weil Millionär werden am lustigsten ist, fangen wir gleich damit an:
Öffnet eine Schublade, nehmt einen Kugelschreiber heraus, legt ihn vor euch hin und behauptet, dass dieser Kugelschreiber eine Million Euro wert ist. Fertig. Ab jetzt seid ihr Millionär, denn ihr besitzt einen Kugelschreiber, der eine Million wert ist. Wiederholt den Vorgang und ihr werdet Multimillionär. So einfach ist das. Ihr glaubt mir nicht? O.k. - anderes Beispiel, nicht viel - nur ein bisschen komplizierter: Gründet eine Bank, vergebt einen Kredit über eine Million, aktiviert diesen Kredit in eurer Bilanz und schon habt ihr aus dem Nichts eine Million geschaffen. Dank unseres „Fiat-Money-Systems“ ist das ganz legal möglich. Wiederholt den Vorgang oft genug und eure Bank ist viele Millionen wert. Fertig.
Nun gehen wir zu Phase 2 über:
Wir versuchen unseren Reichtum zu Geld zu machen. Zuerst versuchen wir, die Kugelschreiber um je eine Million zu verkaufen. Hat nicht geklappt? Die Kugelschreiber sollen nicht so viel wert sein? Oje - schade, Pech gehabt, wird wohl nichts mit dem Multimillonärs-Dasein.
Doch jetzt versuchen wir es mit der Bank. Wir verkaufen diese Bank um viele Millionen – schwupp - schon sind wir megareich. Aber, oh Schreck, das klappt auch nicht? Was? Die Kredite sollen nichts wert sein, weil sie nicht bedient und nicht zurückgezahlt werden? Und wenn die Bank Pleite geht, ist alles nichts mehr wert? Genauso wenig wert wie die Kugelschreiber??? Das gibt es doch nicht!!! Aber halt - ich hab da noch eine Idee: Wir gehen zur österreichischen Bundesregierung und erklären der, dass das megapeinlich und megaschädlich für Österreich ist, wenn diese Bank Pleite geht und dass deshalb der Staat einspringen soll und diese Bank kaufen soll. Hey - super - das hat geklappt!!! Seht ihr, so einfach ist das und schon gibt es wieder ein paar Millionäre mehr auf dieser Welt. Toll - ich freu mich riesig!!!
Alles verstanden? Prima! Dann macht euch mal ans Werk!
Unser Geldsystem verkommt immer mehr zu einem Schuldgeldsystem
Ich habe euch bisher damit verschont, über die Hypo Alpe Adria zu schreiben - das Thema wird andernorts ausreichend diskutiert. Das Bitterschöne an der HAA aber ist, dass uns hier so toll vor Augen geführt wird, welches Spiel mit uns gespielt wird.
In meinem Artikel „Geld zum Wohle aller“ habe ich die Frage aufgeworfen: „Wie kam es zu den vielen Schulden? Sind wir schuld an diesen Schulden? Sind wir die Schuldner dieser Schulden?“ Und ich bin nach Erklärung unseres Geldsystems zu dem Schluss gekommen: So verkommt unser Geldsystem immer mehr zu einem Schuldgeldsystem. Ohne dass wir je einen Kredit aufgenommen oder einen Vertrag unterschrieben haben, sind es plötzlich unsere Schulden.
Geld, das vorher gar nicht vorhanden war und von den Banken aus dem Nichts geschaffen wurde, begründet nun Schuld und Zinsverpflichtungen der Allgemeinheit. „In letzter Konsequenz gibt es also Personen, die die Möglichkeit haben, Geld aus dem Nichts zu schaff en und uns Bürger dafür in Haftung zu nehmen, für Zins und Kapital.“
War euch das zu theoretisch? Na bitte! Das Debakel um die Hypo Alpe Adria bietet den perfekten Anschauungsunterricht dazu.
Jetzt alles verstanden? Prima! Guter Unterricht ist eben teuer.
„Es gibt zwei Möglichkeiten eine Gesellschaft zu besiegen und
zu versklaven: Mit dem Schwert oder mit Verschuldung.“
John Adams (von 1789 bis 1797 der erste Vizepräsident und nach George Washington
von 1797 bis 1801 der zweite Präsident der Vereinigten Staaten)
Schulden von der Wiege bis zur Bahre – einfach so und ohne Unterschrift
Die solcher Art angehäuften Staatsschulden Österreichs belaufen sich heute in etwa auf 240.000.000.000,- (240 Mrd.) Euro. Das sind 32.000,- Euro pro Einwohner Österreichs von der Wiege bis zur Bahre, oder 56.000,- Euro pro Erwerbstätigem. Die Übernahme der Hyposchulden wird uns wohl nochmals 2.000 Euro pro Kopf und Nase aufbürden. In den USA beträgt die Pro-Kopf-Verschuldung inzwischen 55.000,- USD, also rund 40.000,- Euro. Sogar in der Schweiz ist sie mit 27.000.- Franken pro Einwohner nicht maßgeblich niedriger.
Überall das gleiche Spiel
Rund um den Globus haben sich nahezu ausnahmslos alle Länder massiv verschuldet. Weltweit sind die Staatsschulden im Jahr 2012 auf über 200 Billionen USD gestiegen. Ein Fünftel davon - also 40 Billionen USD - sind alleine in den letzten 2 Jahren dazugekommen.
Diese Schulden entsprechen dem 2,5-fachen des globalen Bruttoinlandsproduktes (BIP) - also dessen, was weltweit von allen Menschen in einem Jahr produziert wird.
Längst ist klar, dass diese Schulden nicht mehr zurückgezahlt werden können. Doch darum geht es nicht! Es geht darum, wie bei der Hypo Alpe Adria, doch noch jemanden zu finden, dem diese Schulden aufs Auge gedrückt werden können, sie doch noch irgendwie zu (echtem???) Geld zu machen. Es geht darum, uns mit diesen Forderungen zu unterdrücken, uns auszubeuten und uns zu enteignen (siehe 300.000 Hausbesitzer in den USA in der letzten Finanzkrise oder Griechenland in der Eurokrise). Es geht darum, doch noch jemanden zu finden, der den Kugelschreiber um 1 Million kaufen muss, damit jemand anderer noch reicher bzw. noch mächtiger wird.
Ratet mal, was gerade passiert.
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